Hi! Ich bin Frieda, 25. Für mich ist Keramik mehr als ein Handwerk – es ist ein Prozess, der mich erdet, herausfordert und zugleich inspiriert. Was mich am Ton begeistert, ist dieses besondere Zusammenspiel aus Geduld, Körpergefühl und Neugier: die Möglichkeit, mit den eigenen Händen etwas entstehen zu lassen, das Form, Funktion und Gefühl verbindet. Schon als Kind bin ich durch meine Großeltern zum ersten Mal mit Ton in Berührung gekommen – ein kleiner Anfang, der mich viele Jahre später wieder eingeholt hat.
Mit Anfang 20 begann ich dann bewusst wieder, mit Keramik zu arbeiten, und war sofort vollkommen hooked. Damals noch im Kinderzimmer formte und glasierte ich die ersten Stücke und entdeckte schnell, wie vielseitig und erfüllend dieses Handwerk ist.
Während der Coronazeit investierte ich in meine erste Drehscheibe und übte fortan im Schlafzimmer – was ich niemandem empfehlen würde, denn den Dreck, den man als Anfängerin (und auch als Fortgeschrittene) produziert, sind beträchtlich. Mit viel Durchhaltevermögen, Neugier und Begeisterung brachte ich mir die Grundlagen des Scheibendrehens selbst bei. Und je mehr ich lernte, desto größer wurde der Wunsch, tiefer in dieses Handwerk einzutauchen.
Beim Woofing in Schweden – freiwillige Mitarbeit auf Farmen – hörte ich zum ersten Mal vom Konzept der "Folkhögskola". Diese schwedischen Volkshochschulen sind offene Schulen, die kreative, handwerkliche und persönliche Weiterbildung in den Mittelpunkt stellen. Man lebt und lernt dort gemeinsam, oft in kleinen Klassen, mit viel Zeit für individuelle Projekte, Austausch und praktische Erfahrung. Als ich davon hörte, war für mich sofort klar: Das will ich auch machen.
Im August 2024 erfüllte ich mir diesen Traum und belegte den einjährigen Keramikkurs in Grebbestad an der wunderschönen Westküste Schwedens. Diese Zeit war unglaublich bereichernd – geprägt von inspirierenden Menschen, einem offenen, unterstützenden Umfeld und einer Natur, die jeden Tag kreative Energie schenkte. In diesen Monaten wurde mir endgültig klar: Ich möchte so viel Zeit wie möglich mit Keramik verbringen.
Zurück in Deutschland richtete ich mir schließlich mein eigenes kleines Studio ein. Seitdem entwickle ich meinen eigenen Stil, experimentiere mit Formen, Glasuren und Oberflächen und folge neugierig neuen Ideen, die sich aus dem Material ergiben. Ich weiß nicht, wohin mich meine Keramikreise noch führt – aber eines ist sicher: Der Ton begleitet mich schon mein ganzes Leben, und er wird es auch weiterhin tun.